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SG Bettringen startet „Soccer statt Zocker“

Sportgemeinde will mehr Jugendliche zum Fußball bewegen

Mit der Kampagne „Soccer statt Zocker“ begibt sich die SG Bettringen jetzt auf ungewöhnliche Talentsuche und möchte Jugendliche wieder von der Spielkonsole auf den Bolzplatz bringen.

Fußball-Märchen gibt es viele. Eines davon geht so: Ein unbekannter Junge wird von einem großen Fußballverein auf einem Bolzplatz entdeckt. Der junge Spieler entwickelt sich zum Fußball-Wunder. Ganze Generationen Jugendlicher haben heimlich diesen Fußballtraum geträumt, während sie täglich nach der Schule auf dem Bolzplatz kickten. Inzwischen wird dieser Traum immer öfter nicht mehr draußen, sondern drinnen vor der Spielkonsole geträumt. Denn laut einer Studie sind Jugendliche mehr als 220 Minuten täglich online.  Fast 150 Minuten verbringen Jungen täglich mit Online-Spielen. Da verwundert es nicht, dass Leipzigs Sportdirektor und Trainer Ralf Rangnick jüngst feststellen musste, dass es in Deutschland zwar genügend Bolzplätze gebe, dort aber niemand mehr spiele.

An einem verregneten Sonntag sitzen SG Bettringens Fußball-Abteilungsleiter Heiko Krieger und A-Jugendtrainer und Sportlicher Koordinator Ralph Schneider zusammen. Die Kinder sind mit ihren Smartphones beschäftigt, da schreibt Schneider eine Nachricht in die WhatsApp Fußball-Gruppen: „Wer in zehn Minuten zum Bolzplatz kommt, bekommt einen Döner.“ Kurze Zeit später stehen 25 Jungs auf dem Platz am Strümpfelbach. „Uns war sofort klar, dass wir daraus etwas machen müssen“, erinnert sich Heiko Krieger.

„Soccer statt Zocker“ heißt die Kampagne, mit der die Sportgemeinde jetzt Kinder und Jugendliche wieder nach draußen auf den Bolzplatz locken möchte. „Wir wollen die Kinder und Jugendliche dazu bewegen, wieder mehr Sport an der frischen Luft zu treiben“, sagt Ralph Schneider, und ergänzt: „Natürlich freuen wir uns auch, wenn wir über diesen Weg das ein oder andere Talent für uns entdecken“.  Während sich der Sport jedoch immer mehr in Richtung Leistungssport entwickle, wolle man mit dieser Aktion bewusst einen Gegenpol schaffen. „Hier soll einfach die Freude am Fußball im Vordergrund stehen. Ohne Druck, ohne Erwartungen.“, so Krieger.

Bei der SG Bettringen, die bereits mit dem wfv-Vereinsehrenamtspreis 2016 ausgezeichnet wurde, verbindet man mit diesem Projekt nicht nur sportliche Aspekte, sondern auch einen wichtigen sozialen Beitrag. „Wir hoffen, dass wir mit „Soccer statt Zocker“ mehr Gemeinschaft stiften“, sagt Heiko Krieger. Damit das klappt, haben sich die Verantwortlichen gleich ein ganzes Maßnahmenpaket einfallen lassen.

Kinder und Jugendliche, die an der Aktion teilnehmen, erhalten eine „Soccer-Card“, zum Auftakt gibt es ein Shirt mit dem Kampagnen Logo. Bei Teilnahmen an Turnieren und Spieltagen können die Teilnehmer Punkte sammeln, die wiederum mit Prämien belohnt werden.

Haupt-Austragungsort ist das Minispielfeld der SG Bettringen. Aber mit „Soccer statt Zocker“ wollen die Bettringer auch auf Tour gehen, um möglichst viele Kinder und Jugendliche zu erreichen. „Wir wollen auf jedem Bolzplatz in Schwäbisch Gmünd präsent sein“, sagt Ralph Schneider. Spieltage auf dem Hardt und zur Eröffnung des Spielfeldes am Schulzentrum Strümpfelbach sind bereits geplant und werden in nächster Zeit besprochen.

Spielleiter Ralph Schneider freute sich besonders darüber, dass man Paul Stich und Jannik Widmann zwei Jugendtrainer und Eigengewächse als Schirmherren gewinnen konnte.

Paul Stich und Jannik Widmann freuen sich beide auf die Aufgabe. Wir sind stolz dieses Projekt begleiten zu dürfen, so Stich und Widmann.

„Wenn die Aktion gut anläuft, wollen wir auch über die Grenzen von Schwäbisch Gmünd rausgehen“, sagt Heiko Krieger. Zu wichtig sei die Aufgabe, Kinder und Jugendliche die Freude an der Bewegung näherzubringen.

Zitierte Studie: JIM Studie 2018 www.mpfs.de

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