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Achim & Hubbe: Die Archäologen schwäbischen Sprach- und Liedguts in der ausverkauften SG-Halle

Ganz dem Motto des Abends „Schwäbisch fir Reig’schmeggde“ entsprechend werden die schwäbischen Eigenheiten abgehandelt. Schade nur, dass in der ausverkauften SG-Halle hauptsächlich Schwaben sind und nur ganz wenige Reig’schmeggde, die in die Besonderheiten der schwäbischen Seele eingewiesen werden wollen.

Und so verlegen die drei Comedians den Schwerpunkt des Abends auf ihre musikalische Archäologie und beweisen mit profunder Kenntnis, dass viele Welthits ihren Ursprung im schwäbischen Sprach- und Liedgut haben.

Was Dodokay für's Video, sind Hubbe und Paula/Achim für die Musik, und Hubbes Hymne an Paula lässt sofort alle Füße mitwippen. Mancher denkt: Des kenn‘ i doch! und kurze Zeit später bohrt sich „Lola“ von den Kinks in's Ohr.

Nach demPutzen, der liebsten Beschäftigung der schwäbischen Hausfrau, ist Einkaufen das zweite große Betätigungsfeld. Und hier geht die gestandene Schwäbin äußerst planvoll vor. Nach dem sonntäglichen Studium der Werbeprospekte wird ein detaillierter Wocheneinkaufsplan erstellt.

Aldi, Lidl, Penny, Rewe, Netto und Ädeka sind die Anlaufstellen für Paula. Ädeka hat es ihr besonders angetan, seit ihr Hubbe vor Jahren die Weise vom Supermarkt in einem uralten Kleiderschrank gefunden hat. Dass Karel Gott daraus später ein Loblied auf seine Babicka gemacht hat, kann sie verschmerzen. Mehr Schmerzen bereiten ihr die Unfähigkeit der Männer, kostengünstig einzukaufen. Zur Abhilfe hat sie sofort einen Männerumzug durch den Markt organisiert und weist dabei die männlichen Kunden mehrmals daraufhin, dass die Sonderangebote immer unten in den Regalen liegen.

Natürlich hat diese Einkaufsleidenschaft auch ihre gewichtigen Nebenwirkungen. Mauldascha mit Grombiere-Salad, Lensa mit Spatza ond Soitawurschd, Renderbroda mit Nudle ond Sooß; alle diese herzhaft wohlschmeckenden Köstlichkeiten hinterlassen ihre Spuren am menschlichen Äquator meint Hubbe, selbst bestes Beispiel. Da hilft koi Ananas-Diät ond s‘ Wandre net, egal ob aloi oder em Verei. Auch das Mantra „Des mog i net“, führt nicht zwangsläufig zum Gewichtsverlust.

Die Genuss-Sucht der Schwaben beschränkt sich nicht nur auf feste Nahrung, auch der Flüssigkeitshaushalt will versorgt werden. Für ein Woizabier oder en Württaberger lässt der Schwabe das beste Wasser links liegen. Apropos Württaberger. Zufälligerweise waren an diesem Abend zwei echte französische Weinkenner im Saal. Diese Gelegenheit ließ sich Achim nicht nehmen und machte die Nachbarn aus Paris und Antibes mit einem gemeinsamen Lied zu Kennern des Württaberger Rebensafts. Von den besungenen Qualitäten des einheimischen Weins konnten sich die beiden Gäste anschließend bei einer Kostprobe überzeugen.

Nach zweieinhalb Stunden neigte sich der vergnügte Abend mit schwäbischen Welthits wie „Dua dia Schua ra“, bekannt durch Leonhard Cohen als „Halleluja“ sowie Hits von Paul Simon und Arthur Garfunkel seinem Ende zu. Deren Originale „Urlaub em Robinson-Club“ und „Dr Saund von Lensa“ waren sowohl akustische wie imaginäre olfaktorische Highlights.

Mit einem Stück für den Weihnachtsbaum, zwei Armleuchtern und einem Meterstab sowie Unterstützung aus dem Saal, verabschiedeten sich die beiden Barden und machten auf die heranrückende friedliche Weihnachtszeit aufmerksam.

Doch ohne Zugabe ließen die Zuschauer Achim und Hubbe nicht aus der SG-Halle. Die bedankten sich herzlich beim Hallenteam, der Küchenmannschaft aus der Tischtennisabteilung und der Initiatorin Karin Stütz. Mit der Erkenntnis, dass vieles nicht so ist, wie es scheint, dokumentiert mit dem Lied „Mr woiß es net“, wurden die Besucher auf den Nachhauseweg geleitet.

Otmar Kehrer

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