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Gold- und Bronzemedaille für Gmünder Ultraläufer

Zielankunft in Münster

Walter Hösch (SG Bettringen) bei der Deutschen Meisterschaft der Deutschen Ultramarathon Vereinigung im 6-Stunden-Lauf auf dem Podest

°Pain is temporary – victory is forever“ Dieser Spruch, der auf einem T-Shirt eines Ultraläufers stand, traf es ziemlich gut, wie sich ein 6-Stunden-Lauf anfühlt, an dem man erfolgreich war.
Gleich mit zwei Medaillen durfte der Ultraläufer der SG Bettringen aus Münster nach Schwäbisch Gmünd zurückkehren. Ein wiederum grandioses Ergebnis, nämlich Deutscher Meister und somit Gold im Team Senioren sowie 3. Platz und Bronze in der Altersklasse M 55 für den Spezialisten auf den Ultramarathonstrecken Walter Hösch.
Bereits früh in der laufenden Saison fanden die Deutschen Meisterschaften im 6-Stunden-Lauf am vergangenen Wochenende in Münster (Westfalen) statt. Mit gemeldeten 973 Teilnehmern war dies einer der größten 6-Stunden-Läufe der Welt. Fast die gesamte Elite der deutschen Ultraläufer und –läuferinnen waren vertreten und sorgten dafür, dass diese Meisterschaft auf einem hohen Niveau ausgetragen wurde. Hösch hatte sich über die letzten Monate akribisch darauf vorbereitet und machte sich große Hoffnungen, in seiner Altersklasse ganz vorne dabei zu sein. Nach Anmeldeschluss sah er sich in Konkurrenz mit weiteren 92 Mitstreitern in seiner Altersklasse, was natürlich eine Prognose über die zu erwartende Leistungsdichte erschwerte.
Als um 10.00 Uhr der Startschuss fiel, ging Hösch genau in seinem geplanten Tempo an. Nach seinen bisherigen umfangreichen und auch sehr erfolgreichen Erfahrungen, wusste er, dass ein so langes Rennen, nicht auf den ersten 20 Kilometern entschieden wird. Geduld, Disziplin, Beharrlichkeit und die Fähigkeit ein gleichmäßiges Tempo über lange Zeit durchzuhalten, brachten den Erfolg. Dies machte sich bei den Zwischenzeiten deutlich bemerkbar. Nach 3 Stunden Laufzeit war Hösch in seiner Altersklasse an 7. Stelle, nach 5 Stunden an 4. Stelle. Am Ende, nach 6 Stunden, dann die große Freude, mit Erreichen des 3. Platzes erneut auf dem Podest einer Deutschen Meisterschaft zu stehen. Mit den erzielten 69,882 km verbesserte Hösch seine persönliche Bestleistung um mehr als 5 Kilometern und fand sich mit diesem Ergebnis auf dem 35. Gesamtplatz von 740 Teilnehmern, die in die Wertung kamen.
Doch Walter Hösch wurde nicht nur mit der Bronzemedaille ausgezeichnet, sondern völlig überraschend auch noch mit der Goldmedaille und dem deutschen Meistertitel in der Teamwertung der Senioren. Mit dem Team, bestehend aus Walter Hösch, Hans-Dieter Jancker und Stefan Finster, erreichte die LG Ultralauf mit einem Ergebnis von 204,286 Kilometern erstmals in deren Geschichte diesen Titel und setzte sich somit an die Spitze von 27 Seniorenteams.
Mit diesem erneuten Erfolg, zeigte Walter Hösch, dass er mittlerweile in seiner Altersklasse zu den Topläufern der deutschen Ultramarathonszene zählt und an seinen bisherigen Podestplätzen anknüpfte. In vier von fünf Disziplinen des Ultramarathons, nämlich im 50 km Lauf, 100 km Lauf, 24-Stunden-Lauf und nun im 6-Stunden-Lauf erreichte Hösch in den letzten zwei Jahren Edelmetall.
Die absolute Topleistung der Meisterschaft vollbrachte die Gesamtsiegerin Nele Alder-Baerens vom Ultra Sport Club Marburg. Mit 85,492 km erzielte sie einen neuen Weltrekord der Frauen im 6-Stunden-Lauf und war damit über 3,5 km dem Sieger der Männerklasse Christoph Marquardt voraus.

 

Deutsche Meisterschaften im 100 km Straßenlauf

Walter Hösch von der SG Bettringen Deutscher Vizemeister mit der Seniorenmannschaft
Am 20. August 2016 fand die Deutsche Meisterschaft im 100 km Straßenlauf in Leipzig statt. Wenn dies auch keine olympische Disziplin ist, so ist es doch eine der Ultramarathon-Disziplinen, in der deutsche Meisterschaften ausgetragen werden. Mit dabei war wieder der Gmünder Ultraläufer der SG Bettringen, Walter Hösch.
Unter den Ultramarathon-Läufen versteht man alle Läufe über der Marathon-Distanz, also länger als 42,195 km. Deutsche Meisterschaften gibt es über die 50 km und 100 km Distanz, sowie über 6 und 24 Stunden. Nach seinen Erfolgen bei der 50 km Distanz mit dem 4. Platz und dem 24-Stunden-Lauf, wo er die Bronzemedaille in seiner Altersklasse, sowie die Silbermedaille mit der Seniorenmannschaft gewann, war es für Walter Hösch somit die dritte Teilnahme an deutschen Meisterschaften im Ultralauf in diesem Jahr.
Die Leipziger hatten sich für das Rennen eine Rundstrecke über 10 km ausgesucht, die durch ein abwechslungsreiches Gelände ging. Vorwiegend verlief diese auf Schotterwegen, die durch ein großes Waldgebiet beim Auensee führte. Start und Ziel, sowie die Hauptverpflegungsstelle befand sich in der August-Bebel-Kampfbahn.
Walter Hösch ist als erfahrener Ultraläufer gerne bei Kälte unterwegs, insofern hatte er bei dem schwülwarmen Wetter eher zu kämpfen. Er blieb unter seiner erhofften Zeit, konnte aber mit knapp unter 10 Stunden (9:59 h) dennoch den 6. Platz in seiner Altersklasse M 55 sichern. Mit der Seniorenmannschaft der LG DUV (Laufgemeinschaft Deutsche Ultramarathon Vereinigung) gewann er überraschend den Vizemeistertitel und damit die Silbermedaille, hinter den Läufern des SV Schwindegg.
Von den insgesamt 159 Starter kamen 133 Läuferinnen und Läufer innerhalb des Zeitlimits von 13 Stunden ins Ziel. Erster war André Collet (TG Aachen) mit 6:55:27 h. Dies bedeutete eine Jahresbestzeit und die schnellste gelaufene Siegerzeit einer 100 km Meisterschaft seit 2003. Und bei den Frauen wurde von Nele Alder-Baerens (Ultrasport Marburg) mit ihrer Siegerzeit von 7:29:04 h die schnellste Zeit seit 2001 und gleichzeitig eine Jahresweltbestleistung gelaufen.
Die Zuschauer zollten jedoch allen ihren Respekt, denn jeder, der hier ins Ziel kam, hatte nicht nur ein enormes Trainingspensum hinter sich, sondern eine bewundernswerte Leistung mit viel Durchhaltevermögen und Disziplin vollbracht. Immer wieder wurde laut, dass es schade ist, dass diese Sportart bislang kaum Beachtung in der Öffentlichkeit verdient.
Diese Deutschen Meisterschaften waren gleichzeitig auch sächsische und bayerische Landesmeisterschaften und der Abschluss der diesjährigen Meisterschaften im Ultralauf. Wer weiß, vielleicht wird auch Baden-Württemberg einmal Landesmeisterschaften hierzu austragen.
Für den Bettringer Sportler Walter Hösch, geht somit eine erfolgreiche Wettkampfsaison 2016 zu Ende.

 

Ein Riesenerfolg für Walter Hösch und für die SG-Bettringen.

Walter Hösch erneut bei Deutschen Meisterschaften erfolgreich

Bronzemedaille in der Einzelwertung sowie Silbermedaille und somit Deutscher Vizemeistertitel in der Mannschaftswertung Ü-50 im 24-Stunden-Lauf

Mit gemischten Gefühlen machte sich der Sportler der SG Bettringen am Samstag, 30.04.16 in aller Früh auf den Weg nach Basel. Dort standen die 28. Deutschen Meisterschaften der DUV im 24-Stunden-Lauf an. Gleichzeitig wurden dort auch die Schweizer Meisterschaften ausgetragen. Der Lindacher Walter Hösch, der bereits im Februar bei den Deutschen Meisterschaften im 50 km Straßenlauf in Berlin mit einem 4. Platz in seiner Altersklasse sehr erfolgreich war, fühlte sich nicht ideal vorbereitet. Kurz nach dem Wettkampf im Februar machte ihm ein grippaler Infekt zu schaffen, womit er seinen Trainingsplan nicht exakt einhalten konnte.

104 Teilnehmerinnen und Teilnehmer standen dann um 12.00 Uhr bei Sonnenschein am Start. Ein noch langer Tag und eine noch längere Nacht lagen vor Ihnen, bevor am Sonntag um 12.0O Uhr dann das Schlusssignal ertönen sollte. Auf der 1,1 km langen Runde im St. Jakob-Park entwickelte sich ein sehr spannender Wettkampf um gute Platzierungen bei der Deutschen Meisterschaft. Nach 4 Stunden setzte jedoch Starkregen, verbunden mit böigem Wind und kalten Temperaturen ein, der die restlichen 20 Stunden nicht mehr enden wollte. Gegen Mitternacht erreichte Walter Hösch die 100 km Marke und lag zu diesem Zeitpunkt auf Platz 6 seiner Altersklasse. Gegen 03.00 Uhr kämpfte Hösch dann gegen die einsetzende Müdigkeit, immer wieder konnte er seinen Laufschritt nicht mehr halten und wechselte zwischen "Walken" und Laufen. Wichtig war für ihn, so lange es geht auf der Strecke zu bleiben und keine Pause einzulegen, Essen und Trinken während des Laufens aufzunehmen um keine wertvolle Zeit und somit Strecke zu verschenken. Viele andere Läufer legten in der Nacht auch kürzere oder längere Pausen ein. Zu diesem Zeitpunkt reduzierte sich nun auch das Teilnehmerfeld, da einige Läufer auch aufgrund der widrigen Bedingungen vorzeitig ausstiegen. Etwa drei Stunden vor Ende des Rennens hatte sich Walter Hösch auf den 3. Platz seiner Altersklasse vorgekämpft. Allerdings lag ihm sein Verfolger gewaltig im Nacken. Dieser hatte seinen Rückstand auf Hösch bis auf 3 km reduziert. Von seinen Betreuern musste Hösch dann erfahren, dass er den 3. Platz nicht halten kann, wenn er jetzt nicht alles aus sich rausholt und nochmal Tempo gibt. Motiviert und angefeuert von seinen Betreuern, die ihn auch von Runde zu Runde über den Zwischenstand informierten, konnte Walter Hösch nochmal Tempo zulegen. Zwar konnte er nicht verhindern, dass sein Verfolger noch auf etwa 1 km Abstand herankam, aber 35 min vor Schluss sah es sehr gut für den Sportler der SG Bettringen aus. Nochmals erhöhte Hösch sein Lauftempo, war jetzt nach über 23 Stunden schneller als zu Beginn des Rennens und konnte somit seinen Verfolger, der nun auch völlig platt war, auf Distanz halten.

Als das Schlusssignal nach 24 Stunden ertönte und somit das Rennen zu Ende war, konnte es Walter Hösch nicht fassen, dass er mit seiner Leistung von 169,116 km und einem Vorsprung von 1,02 km den dritten Platz in seiner Altersklasse und somit die Bronzemedaille erreicht hatte. Mit diesem Ergebnis erzielte er auch eine neue persönliche Bestleistung im 24-Stunden-Lauf.

Bei der anschließenden Siegerehrung, bei der es die meisten Sportler nach diesen Strapazen nur mit Unterstützung auf das Podest, aber vor allem wieder runter schafften, wurde Hösch nicht nur die Bronzemedaille in seiner Altersklasse in der Einzelwertung überreicht. Mit der Silbermedaille und somit dem Deutschen Vizemeistertitel im 24-Stunden-Lauf Mannschaft Ü 50 wurde Hösch mit dem Team der LG DUV zusätzlich geehrt.

Ein weiterer sehr großer sportlicher Erfolg für den Läufer der SG Bettringen.

 

Bettringer Ultraläufer in Berlin erfolgreich


Platz 4 bei der Deutschen Meisterschaft der DUV im 50 km Lauf

Für den Gmünder Ultraläufer Walter Hösch (SG Bettringen) begann das neue Wettkampfjahr bereits früh. Denn am vergangenen Wochenende fanden in Berlin die Deutschen Meisterschaften der DUV im 50 km Straßenlauf statt. Nach seinem letztjährigen Erfolg bei dem Hösch die Bronzemedaille gewinnen konnte, war das Ziel des Bettringer Sportlers, an diesen Erfolg und seiner damaligen Zeit von 3:55:06 h anzuknüpfen.

Berlin lud die Elite der deutschen Ultraläufer zu einem attraktiven Rennen auf das Gelände am Olympiastadion ein. Völlig überraschend erfolgte jedoch zwei Tage vor dem Start die Absage des Rennens beim Stadion. Die Stadt sah eine Gefahr für die Durchführung des Laufs, durch eine dort parallel stattfindende Fußballveranstaltung. Somit musste der Veranstalter innerhalb kurzer Zeit einen anderen Veranstaltungsort und Strecke innerhalb der Stadt finden. Im Osten von Berlin im Stadtteil Treptow-Köpenick wurde diese im Plänterwald gefunden, sodass der Lauf überhaupt stattfinden konnte. Einbußen bei der Organisation und Betreuung der Läufer waren somit nicht ganz ausgeschlossen, die Läuferinnen und Läufer nahmen es mit der notwendigen Gelassenheit, denn alles andere half eh nicht weiter.

Für Walter Hösch bedeutete dies am Samstagfrüh erstmal eine einstündige Fahrt durch Berlin. Pünktlich um 10.00 Uhr standen dann 45 Frauen und 162 Männer hinter der Startlinie im Plänterwald. Dort musste ein Rundkurs von 5 Kilometern 10 mal durchlaufen werden. Hösch hielt sich fast exakt an seinen ausgearbeiteten Zeitplan. Lediglich Abweichungen von 15 Sekunden lagen in den zu laufenden 10 Runden. Dass sich diese wenigen Sekunden am Ende für das Ergebnis auswirkten, konnte sich der erfahrene Läufer während des Rennens nicht vorstellen. Nach einer nochmals schnellen und harten Schlussrunde lief Walter Hösch völlig ausgepumpt in einer fantastischen Zeit seiner Altersklasse M55 von 3:49:52 h in das Ziel. Er verbesserte damit seine persönliche Bestleistung des letzten Jahres um über fünf Minuten. Das dramatische dabei war jedoch, dass er die Bronzemedaille um 17 Sekunden verfehlte und somit auf den hervorragenden, aber auch „undankbaren“ 4. Platz lief. Im Gesamtklassement der Männerklasse erreichte Walter Hösch damit den 36. Platz der 162 männlichen Startern.

Der Sportler der SG Bettringen zeigte damit erneut, dass er derzeit in seiner Altersklasse M55 zur Spitze der deutschen Ultraläufer gehört. Dies möchte er bei der nächsten Deutschen Meisterschaft der DUV im 6-Stunden-Lauf, die am 02. April in Nürnberg stattfindet, beweisen.

 

Ultraläufer Walter Hösch auch auf der Kurzstrecke erfolgreich


2. Platz bei der Winterlaufserie der DJK Göppingen in der Altersklasse

Dass der für die SG Bettringen startende Lindacher Walter Hösch nicht nur auf Ultrastrecken, die über die Marathonstrecke hinausgehen, erfolgreich ist, zeigte er nun bei der 28. Auflage der Winterlaufserie der DJK Göppingen. Um in die Serienwertung zu kommen, mussten die Läufer drei Einzelläufe über je 10 km in den Monaten Dezember, Januar und Februar bestreiten. Das Ziel für Walter Hösch war, in allen drei Läufen eine gute Laufleistung zu erzielen, um am Ende vielleicht einen Platz auf dem Podest zu erreichen.

Das harte Wintertraining, bei dem Hösch neben der Ausdauer auch viel Energie in das Tempotraining steckte, machte sich bezahlt. Beim ersten Lauf am 12. Dezember 15, der wegen seiner milden Witterung eher an einen Herbstlauf statt an einen Winterlauf erinnerte, lief Hösch mit 42:50 min auf den 4. Platz seiner Altersklasse. Ebenfalls Vierter wurde er dann beim Lauf am 16.01.16, der dem Namen Winterlauf gerecht wurde. Trotz winterlicher Bedingungen mit geschlossener Schneedecke und Schneeschauern konnte er die anspruchsvolle Strecke in 43:55 min meistern und hatte somit gute Aussichten auf den letzten und entscheidenden Lauf. Starke Regenfälle und böiger Wind, sowie matschiger Boden machten den Teilnehmern am 20.02.16 ziemlich zu schaffen. Walter Hösch kam mit diesen Bedingungen jedoch super zurecht und erreichte mit erneut derselben Zeit wie beim ersten Lauf in 42:50 min als zweiter in seiner Altersklasse an diesem Tag das Ziel.

Gespannt warteten die Teilnehmer dann bei der anschließenden Siegerehrung im Vereinsheim der DJK Göppingen auf die Platzierungen in der Gesamtwertung. Die Überraschung war für Walter Hösch groß, als er mit einem Pokal für seine Leistungen aus den drei Wertungsläufen und dem erreichten 2. Platz mit der Gesamtzeit von 2:09:35 h in der Altersklasse M55 belohnt wurde. Im Gesamteinlauf aller in die Wertung gekommenen Starter erreichte er damit Platz 22.

Der für die SG Bettringen Startende möchte nun diese Form in den nächsten zwei Wochen erhalten. Denn dann findet am 05. März in Berlin die Deutsche Meisterschaft im Straßenlauf über 50 km statt. Vielleicht kann dort Walter Hösch seinen Erfolg vom Jahr 2015, bei dem er die Bronzemedaille erreichte, wiederholen.

 

Extremläufer Walter Hösch (SG Bettringen) beim Montane Goldsteig-Ultrarace


Pressemitteilung 

Teilnahme am längsten Nonstoplauf Europas

661 km Nonstop und dabei über 19.000 Höhenmeter im Auf- und Abstieg im teilweise unwegsamen Gelände, in einem Zeitlimit von 192 Stunden zu laufen, das sind die Bedingungen, die auf die Teilnehmer beim Goldsteig-Ultrarennen zukamen. Es ist die Suche nach Herausforderung für Körper und Geist, unvorstellbares zu meistern. Und die Tatsache zu einem erlesenen Kreis internationaler Ultraläufer zu gehören, die überhaupt die Voraussetzungen für die Teilnahme an einem solchen Rennen mitbringen, die Walter Hösch aus Lindach zu einem Start veranlassten.

Der für die SG Bettringen startende Walter Hösch, hat in diesem Jahr bereits bei drei deutschen Meisterschaften im Ultralauf in seiner Altersklasse (55-60 Jahre) bedeutende Erfolge verbuchen können, u.a. mit dem Titel „Deutscher Vizemeister“ im 100 km Lauf.

Die Vorbereitungen für das Goldsteig Ultrarennen waren schon beachtlich, mit ca. 3600 Trainingskilometern vorwiegend im Geländelauf, sprengte das den Trainingsumfang eines Hobbysportlers deutlich. Hösch fühlte sich deshalb am Start in Marktredwitz (Oberfranken) gut gerüstet für das was auf Ihn zukommen sollte. Auf dem markierten Weg des Goldsteigs ging es von hier auf der Nordvariante über Neustadt an der Waldnaab, Furth im Wald, Bayerisch Eisenstein, Zwiesel und Hauzenberg bis nach Passau. Hier war mit einer bis dahin zurückgelegten Distanz von 412 km der südlichste Punkt des Rennens erreicht. Von Passau verlief dann die Strecke auf der Südvariante der Ilz entlang nach Kalteneck und weiter über Lalling, Sankt Englmar, Wiesenfelden, Falkenstein zum Zielpunkt bei Neunburg vorm Wald.

42 Teilnehmer machten sich am 25.09. kurz vor 12.00 Uhr auf den Weg vom Hotel zum Startpunkt. Darunter auch Teilnehmer aus Japan, Singapur, Argentinien, Dänemark u.a. Die wenigen Zuschauer beim Start zollten den Teilnehmern Applaus und Respekt, aber auch Kopfschütteln über dieses Unternehmen. Für Hösch war es wichtig, auf den ersten 40 km einzulaufen, den Rhythmus zu finden und die Aufregung der Startphase zu vergessen. Er konnte dies gut umsetzen, fühlte sich fit und konnte sein Tempo halten, welches jedoch niemals mit einem Straßenlauf zu vergleichen war. Hösch trug bei dem Lauf einen Laufrucksack mit Pflichtausrüstung, wie Regenbekleidung, Wärmeschutz, Erste Hilfe Ausrüstung u.a. von ca. 5 kg, zuzüglich 1,5 Liter an Getränken sowie Verpflegung für jeweils 3-4 Stunden bei sich. Er wurde dabei von seinem Bruder Hubert Hänle unterstützt, der mit einem Wohnmobil zu vorher vereinbarten Treffpunkten an der Strecke kam. Somit war es Walter Hösch möglich, dort immer wieder zu essen, trinken und auch zu schlafen. Die Logistik war alleinige Sache des Teilnehmers, insofern plante jeder Teilnehmer individuell sein Rennen.

Die Strecken- und Wegführung überraschte Hösch mehrfach. Steile An- und Abstiege, steinige und schmale Passagen auf den Gipfeln wie Enzian, Kleiner und Großer Arber, Drei Sessel. Aber auch kilometerweise Wurzelpfade (die vor allem in der Nacht im Schein der Stirnlampe sehr schwierig zu laufen waren) und teilweise unerkennbare Pfade durchs Unterholz verlangten von Hösch immer volle Konzentration und genaue Navigation mit dem GPS-Gerät. Für Erholung und Schlaf war nur kurz Zeit, ca. 3-4 Stunden gönnte sich Hösch pro Nacht auf seinem Weg. Die Ankunft bei den geplanten Schlafplätzen war meist zwischen Mitternacht und 03.00 Uhr. Konditionell war Walter Hösch gut trainiert, auch nach Hunderten von Kilometern traten keine Erschöpfung oder Muskelkrämpfe auf. Das und auch immer wieder eintreffende SMS von Freunden bauten ihn auf, auch den Rest der Strecke zu schaffen. Am Mittwoch, 30.09. erreichte er gegen 10.00 Uhr und somit nach 118 Stunden und 412 km den Checkpoint in Passau. Er lag damit gut in der Zeit und immer unter den ersten 15 Teilnehmern.

Jedoch fingen bereits nach etwa 360 km die ersten Probleme mit den Knie- und Sprunggelenken an. Immer wieder war eine völlige Blockade vorhanden, was sich jedoch nach einigen Kilometern wieder besserte. Aus seiner langjährigen Erfahrung als Extremläufer wusste Hösch, dass viele Probleme kommen und gehen, mal tut es für einige Zeit an der Hüfte weh, dann am Knie usw. Dieses Mal war es aber so, dass sich die Probleme immer mehr verstärkten. Vor allem die Abstiege von den Gipfeln wurden zur Tortur. Die Knie- und Sprunggelenke entzündeten sich, wurden dick und verursachten einfach nur höllische Schmerzen. So konnte Walter Hösch sein Tempo nicht mehr halten. Etwa 15 km vor dem Erreichen des Checkpoints in Lalling war ihm deshalb auch klar, dass er das Ziel in der gesetzten Zeit nicht mehr erreichen konnte. Nachdem dann die letzten Stunden bis Lalling zu schmerzhaft waren, entschied sich Hösch, dort das Rennen zu beenden.

Somit war für Walter Hösch das Ende bei Kilometer 495 gekommen. Trotz der kleinen Enttäuschung darüber, dass es hier nicht mehr weiterging, ist Walter Hösch stolz, diese 495 Kilometer und 13.800 Höhenmeter im Auf- und Abstieg auf diesem schwierigen Weg an einem Stück in 141 Stunden geschafft zu haben. Zumindest hat er dabei eines erreicht: die Verbesserung seines persönlichen Rekordes im Nonstop-Ultralauf von bisher 480 km auf nun 495 km.

 

 

Start beim Goldsteig-Ultrarace


Walter Hösch aus Lindach beim längsten Nonstop-Ultralauf Europas dabei

Walter Hösch (SG-Bettringen) stellt sich einer weiteren sportlichen Herausforderung. Der Extremläufer aus Lindach , der in diesem Jahr schon bedeutende nationale Erfolge erzielte, wird am 25. September in Marktredwitz am Start des Goldsteig-Ultrarace, dem längsten Nonstoplauf Europas stehen. Mit ihm wagen sich weitere 68 internationale Ultraläufer auf die Strecke.

Das Goldsteig Ultrarace ist ein nonstop Rennen das zu Fuß und aus eigener Körperkraft bewältigt und das in großer Autonomie absolviert wird. Jeder Läufer ist für die Organisation seiner Versorgung selbst verantwortlich. Ob ein Team den Läufer unterstützt oder ob sich der Läufer alleine durchschlägt ist alleinig Sache des Teilnehmers. Die Streckenlänge misst 661 Kilometer, dabei sind ca. 19.000 Höhenmeter im Auf- und Abstieg zu überwinden. Das Zeitlimit beträgt 192 Stunden, also genau 8 Tage. Die Strecke verläuft auf der Hauptroute des Goldsteig Wanderweges mit Start in Marktredwitz und Ziel bei Neunburg vor dem Wald. Abwechslungsreich führt die Strecke an Flüssen und Seen vorbei, windet sich um Hochmoore und erstreckt sich über weitläufige Hügellandschaften. Auf anspruchsvollen Pfaden geht es über Stock und Stein, zahllose Berge und durch eine der größten zusammenhängenden Waldgebiete in Europa.

Für Hösch gilt es, die eigenen physischen und psychischen Grenzen auszuloten, zu verschieben und zu überwinden. 8 Tage rund um die Uhr auf dem Goldsteig sind auch Auseinandersetzung mit der Natur, dem Wetter und mit sich selbst. Hierbei kann Hösch auf seine lange Erfahrung als Ultraläufer zurückgreifen. Seine Läufe in Alaska, Finnland und durch Deutschland stellten ebenfalls extreme Anforderungen. Wer sich eine solche Aufgabe vornimmt muss bestens trainiert sein und über einen exzellenten Gesundheitszustand verfügen. Hösch hat sich ein ganzes Jahr auf dieses Rennen vorbereitet. In den letzten 365 Tagen legte er dabei ca. 3600 km zurück, viele Kilometer davon mit der erforderlichen Pflichtausrüstung. Hösch muss diese Ausrüstung jederzeit bei sich führen und trägt deshalb einen Laufrucksack mit ca. 6-8 kg bei sich.

Die Leserinnen und Leser können diesen Lauf mitverfolgen, denn per GPS-Live Tracker, den jeder Läufer bei sich tragen muss, wird der Lauf auch vom Veranstalter überwacht. Auf der Internetseite www.goldsteig-ultrarace.de und einem Klick auf den Button „GPS Live Tracking“ erscheint eine Kartenansicht, auf der ersichtlich ist, wo sich der Läufer gerade befindet. Hösch hofft, das Ziel innerhalb des Zeitlimits zu erreichen. Beim Debüt des Laufes im letzten Jahr erreichten dieses lediglich 5 von 35 Teilnehmer. Gezählt wird jedoch nach Ablauf des Zeitlimits auch die tatsächlich erreichte Strecke, sodass es für jeden Läufer auch ein Anreiz ist, die vollen 8 Tage auf der Strecke zu bleiben, auch wenn das Ziel vielleicht nicht erreicht werden kann.

 

 

SGB-Sportler erreicht fünften Platz bei den Deutschen Meisterschaften

Rems-Zeitung vom 6. Juli 2015 (zum Vergrößern draufklicken)

Nach der Deutschen Vizemeisterschaft im 100 km-Straßenlauf und einem dritten Platz auf der 50 km-Strecke erreichte der für die SG Bettringen startende Walter Hösch nun bei den Deutschen Meisterschaften im 24-Stunden-Lauf im thüringischen Reichenbach einen hervorragenden fünften Platz.

 
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