Hauptversammlung im Jubiläumsjahr 2010

Von Heidrun Nikolaus-Böhnlein

Bei der Jahreshauptversammlung der Sportgemeinde Bettringen freut sich der 1. Vorsitzende, Erich Kümmel, in seinem Bericht über die sportlichen Erfolge im Jahr 2009. Diese spiegelten sich in der Zahl von 130 Sportlerinnen und Sportlern wider, die Anfang Januar geehrt wurden.

Landeskinderturnfest 2009
Erich Kümmel lobt das große Engagement der Sportgemeinde bei der Ausrichtung des Landeskinderturnfestes im letzten Juli. Über 120 Helfer waren an drei Tagen im Einsatz sowohl bei der Schulbetreuung in der Uhlandschule als auch bei der Bewirtschaftung und Unterstützung der Wettkämpfe in den Strümpfelbach- und Uhlandhallen.
Kabarett
Auch die Kabarettveranstaltung im September 2009 mit Alois & Elsbeth Gscheidle sei ein voller Erfolg gewesen. Am 26. September diesen Jahres wird Christof Altmann die SG-Mitglieder unterhalten.
Sportstättenentwicklung
Besonders positiv sieht Erich Kümmel die Entwicklung im Bereich Sportstätten: So hat die Große Uhlandhalle endlich einen neuen Bodenbelag erhalten; die Nutzung der Sporthalle im Unipark bringe eine wesentliche Verbesserung der Trainingssituation, besonders für die Turner. Auch die Zusage der Stadt, die Hallennutzungszeiten bis 22:30 Uhr zu verlängern, bedeute einen größeren Spielraum im Belegungsplan.Erfreulich sei auch die Zusage von Sportbürgermeister Dr. Bläse, dass die Sanierung des Kunstrasenplatzes 2012 in den städtischen Haushalt eingestellt werde.
Konstante Mitgliederzahl
Mit der Mitgliederentwicklung ist der 1. Vorsitzende ebenfalls sehr zufrieden. Mit 2.193 Mitgliedern ist die SG Bettringen der größte Verein im Ostalbkreis. Die Altersstruktur mit einem Anteil von 40% bei den über 40-Jährigen erfordere, dass noch mehr für den Gesundheits- und Fitnesssport getan werden müsse. Der neue Sportentwicklungsplan der Stadt werde Anhaltspunkte dafür geben.
Solide Finanzen
Finanziell stehe die SG Bettringen gut da; sie ist schuldenfrei und kann notwendige Investitionen in die vereinseigene Halle - in den letzten beiden Jahren von über 30.000 Euro - aus liquiden Mitteln bestreiten.
125-jähriges Jubiläum
Die größte Herausforderung in 2010 sei jedoch das 125-jährige Jubiläum. Der Verlauf des Festaktes am 7. März, über den die Presse ausführlich berichtete, erfüllt Erich Kümmel mit Stolz. Allen Verantwortlichen und Beteiligten spricht er seine allerhöchste Hochachtung aus und gibt das Lob der vielen Gäste weiter: die SG habe sich von ihrer allerbesten Seite gezeigt. Dass Geschichte und Leistungen des Vereins für die Nachwelt nicht verloren gehen, dafür sorge das interessante und von Otmar Kehrer grafisch sehr ansprechend gestaltete Jubiläumsbuch.
Erich Kümmel lädt schon jetzt ein zum ökumenischen Festgottesdienst am 19. Juni in die Auferstehung-Christi-Kirche im Lindenfeld.
Festwochenende vom 16.-18. Juli
Das Festwochenende vom 16.-18. Juli fordere noch einmal vollen Einsatz. Das Handballspiel zwischen dem TV Bittenfeld und einer A-Jugend-Auswahl, die Tischtennis-Show und der Auftritt der suebia gymnastics am Freitagabend in der Uhlandhalle stellen sportliche Leckerbissen dar. Eine Disco im Festzelt beendet den Auftakttag.
Der Samstag ist der Tag der Turniere - Fußball, Tischtennis, Beachhandball und -volleyball. Demonstrationen der Abteilungen Tennis, Schach und Leichtathletik runden die sportlichen Veranstaltungen ab. Ein Prominentenfußballspiel der VfB-Allstars zusammen mit der Betriebsmannschaft von WWG Autowelt gegen eine Auswahlmannschaft wird, so hoffen die Organisatoren, viele Zuschauer nach Bettringen locken. Live-Musik von sunrise im Festzelt beendet den Festtag am Samstag.
Gaukinderturnfest
Den Abschluss bildet dann am Sonntag das Kinderturnfest des Turngaus Ostwürttemberg. Ca. 1.000 bis 1.200 Kinder werden an diesem Tag die Sportanlagen im Strümpfelbachtal bevölkern.
Und weil die Jubiläumsaktivitäten viel Geld kosten, dankt Erich Kümmel den Werbepartnern der SG ganz herzlich für ihr finanzielles Engagement.
Entlastung
Alfred Dening als Kassenprüfer bestätigt die einwandfreie Führung der Buchhaltung, und die anschließende Entlastung, die von Kurt Gruber mit einem großen Dank für die guten Leistungen der Vorstandschaft durchgeführt wurde, erfolgt einstimmig.
Wahlen
Bei den Wahlen können alle Ämter mit den bisherigen AmtsinhaberInnen wieder besetzt werden.
1. Stellvertr. Vorsitzender: Markus Seitz;
Ressortleiterin Protokoll und Öffentlichkeitsarbeit: Heidrun Nikolaus-Böhnlein;
Kassenprüfer: Alfred Dening.
Ohne motivierte Ehrenamtliche sind Erfolge nicht möglich
Erich Kümmel dankt in seinem Schlusswort allen, die mithelfen, dass die SG ein lebendiger, aktiver, leistungsstarker und erfolgreicher Verein sei. Sein besonderer Dank geht an Ortsvorsteherin Brigitte Weiß und die Stadt- und Ortschaftsräte für die Unterstützung, an die Geschäftsstellenleiterin Marga Holl für ihr tatkräftiges Engagement, an das Hausmeisterteam der SG-Halle um Bruno Stadelmaier, die Mitstreiter in der Vorstandschaft, die Abteilungsleiter, den Gesamtausschuss sowie an alle Übungsleiter, Trainer und Betreuer und den Hausmeister der Uhlandhallen.



Der ehemalige Reck-Weltmeister Eberhard Gienger bei seiner Rede in Bettringen: „Regelmäßige sportliche Betätigung kann sogar eine Heilung bewirken.“ Foto: GT

„Mehr Leistung durch Sport"


Jubiläum: Reck-Weltmeister Eberhard Gienger betont bei Feier der SG Bettringen die Vorzüge sportlicher Betätigung
Die Bedeutung des Sports für die Gesellschaft hervorzuheben, das war das Anliegen Eberhard Giengers. In seiner Rede zum 125-jährigen Bestehen der Sportgemeinde Bettringen 1885 appellierte der ehemalige Reck-Weltmeister und heute Bundestagsabgeordneter für die CDU an die Menschen, Sport zu treiben. Ihrer Gesundheit zuliebe und um die spürbar steigenden Kosten im Gesundheitswesen zu dämpfen.

„Die Tendenz zur Fettleibigkeit nimmt zu", sagte Eberhard Gienger in Bettringen. Und: „Es muss entgegengewirkt werden." Die dadurch verursachten hohen Kosten im Gesundheitswesen nähmen beängstigend zu. Daher müsse früh zu Bewegung und Sport angehalten werden. „In einem gesunden Körper sei ein gesunder Geist", korrigierte Gienger den vielzitierten Spruch. Der menschliche Körper sei von seiner Anlage her für wesentliche höhere Leistungen vorgesehen. „In der Steinzeit waren 30 bis 50 Kilometer die durchschnittliche Tagesleistung", verdeutlichte der olympische Bronzemedaillengewinner von Montreal 1976, „heute sind maximal 1000 Meter täglich keine Seltenheit." Das führe natürlich zu bisher unbekannten Krankheitsbildern, die nur ausreichend sportliche Betätigung mildern könne. „Ein Nebeneffekt von täglich zwei Stunden Sport", so der 36-malige Deutsche Meister am Reck, „ist die deutliche Leistungssteigerung in der Schule". Ein Versuch habe ergeben, dass Schüler, die täglich zwei Stunden Sportunterricht statt lediglich zwei Stunden wöchentlich erhielten, dieselbe schulische Leistung erbrächten wie Schüler, die in diesen Stunden regulär unterrichtet würden. „Denn Kinder", erklärte der Sportler des Jahres von 1971 und 1981, „nehmen sehr viel durch das Tun auf".
Zur demographischen Entwicklung meinte Gienger: „Es ist zwar sehr nett, dass heute Menschen häufig 100 Jahre alt werden - aber in welcher Verfassung?" Hier könne Sport häufig teure Medizin ersetzen, die oft lediglich Symptome behandle. Doch sportliche Betätigung könne tatsächliche Heilung bewirken. Die positiven Segnungen des Sports wirkten auch bei der Integration verschiedener Menschengruppen mit. „Das gilt nicht nur für Migranten, sondern auch für behinderte Menschen", so der Reckweltmeister von 1974. Bestes Beispiel seien hierfür die Paralympics, die sich den Olympischen Spielen anschlössen.
Selbst bei Straffälligen wirke Sport positiv. So habe das Angebot, Sporthallen zwischen 24 und 2 Uhr nutzen zu dürfen, bei gefährdeten Gruppen Anklang gefunden. „Es hat funktioniert", so Gienger, „nachdem man die ungekrönten Könige der Sporthallen, die Hausmeister, überzeugen konnte". Großes Lob zollte Eberhard Gienger den ehrenamtlich Tätigen. „50 Milliarden ist diese Arbeit wert, das ist ein Sechstel des Gesamthaushalts." Deren Einsatz gründe auf dem Willen zur Teilhabe an der Gesellschaft - und ihre Arbeit solle auch für sie nicht umsonst sein. So sollten zum Beispiel Helfer bei der Arbeitssuche ebenfalls Hilfe erhalten.
Gmünder Tagespost 12.03.2010




Ralph Wild (re) moderierte die Talkrunde mit den Ehrengästen. (Foto: K. Rennhack)

Applaus und Ehren anlässlich des 125-jährigen Vereinsjubiläums - Chronik der SG Bettringen auf 144 Seiten herausgegeben

Als die Geschichte der Sportgemeinschaft Bettringen ihren Anfang nahm, hieß der Reichskanzler Otto von Bismarck. 125 Jahre nach ihrer Gründung im Jahr 1885 feierte die SG Bettringen am gestrigen Sonntag mit einem Festakt in der Uhlandhalle Menschen, Erfolge und eine stolze Geschichte.
Von Matthias Bolsinger

Damals, als sich am 9. August des Jahres 1885 13 Erwachsene und acht Zöglinge dazu entschlossen hatten, den „Turnverein Unterbettringen" zu gründen, konnte wohl noch niemand erahnen, dass dieses Ereignis den Grundstein dafür legte, dass 125 Jahre später 2200 Menschen in acht Abteilungen von Fußball bis Schach Teil des größten Sportvereins des Ostabkreises sein würden - „Ihr seid die also Größten", rief Manfred Pawlita, Vorsitzender des Sportkreises Ostalb, mit einem Augenzwinkern den Gästen zu. Und nicht nur das: „Die SG Bettringen ist auch einer der erfolgreichsten Vereine im Raum Gmünd", erinnerte Gmünds Zweiter Bürgermeister Julius Mihm in seiner Begrüßung. Ein Festakt, dem offiziellen Charakter zum Trotz voller Humor, und trotz eines Programms von über zwei Stunden Länge alles andere als langweilig und oft ganz spontan. Für Tanja Rack, Choreographin der Suebia Gymnastics, die bei den Feierlichkeiten natürlich nicht fehlen durften, gab's ein Geburtstagsständchen, und CDU-Bundestagsabgeordneter Norbert Barthle, einst selbst in der A-Jugend der SG-Handballer aktiv, nahm's mit Humor, dass gerade er bei der Diskussionsrunde mit dem einzigen roten Tisch vorlieb nehmen musste. Auch Erich Kümmel, Vorsitzender der SG Bettringen, ließ sich, fernab von jeglichem Protokoll, bei der abschließenden Reckshow von Eberhard Gienger und Bernd Effing auf spontane Leibesübungen am Königsgerät ein.
In 125 Jahren, darin waren sich alle einig, war es der SG Bettringen vorbildlich gelungen, den sich ändernden, und keinesfalls leichter werdenden Bedingungen anzupassen. Von Breitensport bis Spitzensport ist die SG vor allem in der Jugendarbeit bestens aufgestellt. „Wir gingen immer mit der Zeit und wir werden auch in Zukunft mit der Zeit gehen", versprach Erich Kümmel in seinem Schlusswort. Die Vergangenheit soll dabei aber auf keinen Fall ausgeblendet werden. „Aus Tradition familiär", lautet das Motto, welches sich die SG Bettringen für ihr Jubiläumsjahr auf die Fahnen schreibt. So investierte Otmar Kehrer unzählige Stunden in ein Jubiläumsbuch der SG, in dem auf 144 Seiten nicht nur die lange Geschichte des Vereins in Wort und Bild chronologisch skizziert wird, sondern auch Platz für Hintergründiges bleibt.
Durch das Fehlen langwieriger Grußworte, dafür im Rahmen einer Gesprächsrunde, durften neben all dem Lob und all der Ehre für die Arbeit der SG - vom Deutschen Turnerbund gab es das „Walter-Kolb-Schild, vom Sportkreis eine Ehrenurkunde - auch ernstere Töne mitschwingen. „Leider", so Norbert Barthle, „stehen die Vereine immer mehr in Konkurrenz." Deswegen müsse das ehrenamtliche Engagement in den Vereinen viel stärker gefördert werden. In dieselbe Kerbe schlug Landrat Klaus Pavel mit der Forderung, das Ehrenamt nicht nur verbal in höchsten Tönen zu loben, sondern es vielmehr praktisch belohnen, etwa auf dem Arbeitsmarkt. Eberhard Gienger, einst Reckweltmeister und Bronzemedaillengewinner bei olympischen Spielen, für die CDU im Bundestag, widmete dazu passend seine eindrückliche Festrede dem Thema „Zukunft der Sportvereine" (siehe Seite 18).
Zukunftsängste braucht die SG Bettringen indes nicht zu haben. Nach 125 Jahren durfte einmal Zeit sein, inne zu halten und den Verein zu feiern."Da darf man richtig stolz sein", sagte Klaus Pavel, denn: „ohne Vereine wie die SG hat die Gesellschaft ein Defizit."
Rems-Zeitung vom 08.03.2010





Zahlreiche Besucher kamen zum Festakt in die Uhlandhalle
Die „Suebia Gymnastics“ zeigten beim Festakt zum 125-jährigen Bestehen der SG Bettringen vor großem Publikum die große Leistung des Vereins. (Foto: HP)

Sportvereine sind Helfer


Viel Lob für die Arbeit der SG Bettringen beim Jubiläums-Festakt

Eine gelungene Feier mit vielen Besuchern war der Festakt in der Bettringer Uhlandhalle zum 125-jährigen Bestehen der Sportgemeinde Bettringen 1885. Dabei unterstrichen die Redner die gesellschaftlichen Aufgaben der Sportvereine, die die SG Bettringen vorbildlich löse.
Von Harald Pröhl

Erich Kümmel, Vorsitzender der SG Bettringen, begrüßte nach einer multimedialen Diashow, die einiges über die Tätigkeitsfelder des Vereins verriet, zahlreiche prominente Gäste aus Politik und Sport. Bürgermeister Julius Mihm überbrachte die Glückwünsche der Stadt Schwäbisch Gmünd: „Es läuft viel in der Sportgemeinde", meinte er, „viele der Angebote sind sehr familienfreundlich strukturiert - und notwendig." Der Verein gebe dem Ort ein Gesicht, die ehrenamtlichen Tätigkeiten sorgten für die Zukunft vor. „Das gemeinsame Tun macht stark", lobte Mihm. Daher sei die SG ein Verein für alle Lebenslagen, leiste auch eine hervorragende Jugendarbeit und sei darüber hinaus noch innovativ. Zum Jubiläum brachte er von der Stadt ein „Schmankerl" als Geschenk: Ab dem 1. April dürften die Hallen bis 22.30 Uhr geöffnet bleiben.
„Die Vereine helfen der Gesellschaft", stellte Eberhard Gienger fest. Die Feststellung kam aus berufenem Munde. Immerhin war Gienger 36-facher deutscher Meister am Reck, 1974 Weltmeister am Reck und dreimaliger Weltcupsieger 1977 bis 1979 sowie Bronzemedaillengewinner 1976 in Montreal. Der Sportler des Jahres von 1974 und 1978, heute CDU-Bundestagsabgeordneter, betonte die Wichtigkeit des Wohlfühlklimas in den Vereinen und deren Leistungen für die Volksgesundheit. „20 Prozent der Kinder sind übergewichtig, 7 Prozent sind sogar fettsüchtig." Diese Tendenz sei steigend, da müsse entgegengewirkt werden. Je früher, desto besser. Sonst sei zu befürchten, dass die Kosten im Gesundheitswesen ganz aus dem Ruder liefen. „Nehmen Sie sich die Zeit, treiben Sie Sport", appellierte Gienger.
Für kurzweilige Unterbrechung der festlichen Reden sorgten die „Suebia Gymnastics" mit ihrer großartigen Show, die überall im Ländle für Begeisterung sorgt, so auch in der Uhlandhalle. Die jungen Bettringer Sportlerinnen und Sportler boten eine akrobatische Show, zeigten, was im Verein so alles gelehrt und geübt wird. Athletisch anspruchsvoll und artistisch ausgefeilt zugleich waren die Übungen, die in Kombination mit gelungener Choreographie das Publikum zu Beifallstürmen hinriss.
Aufschlussreich war die Talkrunde mit den Ehrengästen, die Ralph Wild moderierte. Karin Schüttler vom Sportamt, Landrat Klaus Pavel, Bundestagsabgeordneter Norbert Barthle, der Sportkreisvorsitzende Manfred Pawlita sowie Dirk Umbach-Spelz für die Württembergische Sportjugend und Frank Markus vom Schwäbischen Turnerbund (STB) stellten sich den Fragen Wilds und gaben Auskunft, was ihrer Meinung nach getan wurde und getan werden müsse. Pavel schloss sich Vorredner Gienger an. „Die Vereine müssen ins Angebot einbezogen werden." Markus Frank meinte: „Die Vereine helfen beim Integrieren." Und für Manfred Pawlita war klar, „Sport ist Lebensqualität, die Vereine helfen da mit." Viele Aufgaben seien aus dem Schulbereich ins Vereinsleben übertragen worden. „Spaß und Spiel sind aber wichtig", so Pawlita.
Anschließend wurden verdiente Mitglieder mit dem „Walter-Kolb-Schild vom DTB" geehrt. Erich Kümmel stellte das Festbuch vor. Noch vor dem abschließenden Sektempfang boten dann Eberhard Gienger und Bernd Effing eine Show am Reck.

Gmünder Tagespost 07.03.2010




Eberhard Gienger bei seinem Festvortrag: "Zukunft der Sportvereine".
Eberhard Gienger, Bernd Effing und Erich Kümmel zeigten den "Dreifachen Bettringer" (Foto: K. Rennhack)

Reckweltmeister Eberhard Gienger in seiner Festrede über die Zukunft der Sportvereine


 
Dass wir von unseren Vorfahren aus der Steinzeit durchaus etwas lernen können, war vor der Festrede Eberhard Giengers anlässlich des 125-jährigen Bestehens der SG Bettringen wahrscheinlich nur wenigen klar. Überhaupt spannte der ehemalige Kunstturner und jetzige Politiker einen großen Bogen.
Von Matthias Bolsinger

Die Sportvereine sind in der Gegenwart nicht zu beneiden, so viel ist klar. Die Gesellschaft wird immer älter, die Konkurrenz der kommerziellen Sportdienstleister immer größer und mächtiger. Kommende Generationen sind immer weniger von ehrenamtlichem Engagement zu überzeugen. Die Sportvereine sind trotz alledem kein Auslaufmodell, müssen sich aber in Zukunft einigen großen Herausforderungen stellen, um zu bestehen.
„In Zeiten von Globalisierung und ständiger Modernisierung sind die Sportvereine der Kitt der Gesellschaft", unterstrich Gienger die Rolle der Vereine. Aber diese Gesellschaft wird immer dicker. 20 Prozent der Kinder sind übergewichtig, immer mehr sogar adipös - „während die Menschen in der Steinzeit täglich zwischen 30 und 50 Kilometer am Tag zurücklegten, sind es bei manchem heute gerade noch 1000 Meter", erläuterte der 58-Jährige. Erst in der Grundschule mit sportlicher Förderung des Nachwuchses zu beginnen, hält Gienger für zu spät. „Man muss diesem Trend entgegenwirken. Kinder sollten schon im Kindergarten zur Bewegung angeregt werden", fordert er. Aus Gienger spricht dabei nicht nur der passionierte Sportler, sondern mindestens ebenso der Bundespolitiker - seit 2002 sitzt der Reckweltmeister von 1974 für die Christdemokraten im Bundestag. Mit sportlichen Kindern können die Gesundheitskosten im Rahmen gehalten werden. Dabei kommt den Sportvereinen eine immer wichtigere Rolle zu. Und ganz nebenbei fördert der Sport neben den sozialen Kompetenzen auch die schulischen Leistungen des Nachwuchses. Kinder werden dicker, die Gesellschaft älter. Frauen können heutzutage an die 100 Jahre alt werden. „Das Problem ist: Sie wollen fit altern." Die Angebotsstruktur der Vereine muss sich dem Wandel anpassen, andernfalls bleiben sie auf der Strecke.
50 Milliarden Euro, so schätzt man, erspart das Ehrenamt dem Staat. 36 Prozent der über 14-Jährigen in Deutschland sind ehrenamtlich tätig. „Im Ausland beneidet man uns um diese Einrichtung", weiß Gienger. „Ehrenamt macht Spaß", äußerte Manfred Pawlita, Vorsitzender des Sportkreises Ostalb, in der darauf folgenden Talkrunde. Doch das Ehrenamt hat ein Imageproblem, die jungen Menschen lassen sich immer seltener für das wichtige unentgeltliche Engagement begeistern. Auch hier sehen sich die Sportvereine, die ohne Ehrenamt wohl schwerlich bestehen könnte. Ansätze für eine Besserung sieht Eberhard Gienger vorhanden. So etwa das Sportmentorenprogramm, in dem Jugendliche für andere zum Beispiel Wettkämpfe organisieren.
Zu guter Letzt kann aber auch jeder ganz einfach die Vereine unterstützen. Für eine Entscheidung für diesen oder jenen Sportwettenanbieter legte Eberhard Gienger den Zuhörern ein gewichtiges Argument dar: Geld in einem Umfang von bis zu 500 Millionen Euro für die Vereine kommt aus der staatlichen Lotterie. Die privaten Wettanbieter schmücken sich zwar mit ihrem Sponsoring, „doch das sieht man meist nur auf den Trikots von Profivereinen".
„Sie sagen, sie hätten keine Zeit für Sport? Nehmen Sie sich Zeit für Sport", appellierte Gienger an die Zuhörerschaft. Er selbst präsentierte bei seiner Reckshow am Ende der Matinee Spektakuläres, gestand aber, dass es eben doch eine Übung gebe, die noch schwieriger als alles andere sei: „Das Umziehen von Zivil- in Sportkleidung."
Rems-Zeitung vom 08.03.2010










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